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Wie man ein erfolgreiches Sachbuch schreibt – Ein wissenschaftlicher Leitfaden.

DOI: 10.5281./zenodo.17726779

Prof. Dr. Alfred-Joachim Hermanni

Veröffentlicht am 26. November 2025


1 Einleitung
Sachbücher nehmen im gegenwärtigen Buchmarkt eine bedeutende Stellung ein, da sie Wissen strukturiert, verständlich und praxisorientiert vermitteln. Für Autor*innen stellt die Konzeption eines erfolgreichen Sachbuchs jedoch eine komplexe Aufgabe dar, die strategisches Denken, analytische Fähigkeiten und ein professionelles Projekt-management voraussetzt. Erfolgreiches Sachbuchschreiben ist weniger ein kreativer Akt als vielmehr ein zielgerichteter Prozess, der Planungs-, Strukturierungs- und Kommunikationskompetenzen vereint.

Dieser wissenschaftliche Text analysiert zentrale Erfolgsfaktoren beim Verfassen eines Sachbuchs. Er integriert Erkenntnisse aus der Schreibforschung, Erfahrungen professioneller Autor*innen sowie praxisorientierte Empfehlungen aus der einschlägigen Ratgeberliteratur. Dabei wird gendersensible Sprache verwendet, insbesondere durch Neutralisation und geschlechtsneutrale Formulierungen. Zitate werden gemäß den Vorgaben direkt gekennzeichnet und alle Quellen abschließend im Literaturverzeichnis aufgeführt.

Zudem wird erläutert, wie Quellen mithilfe von Citavi (Programm zur Literaturverwaltung) verwaltet und korrekt eingebunden werden können.


2 Grundlagen des Sachbuchschreibens
2.1 Definition und Charakteristika von Sachbüchern
Sachbücher sind nicht-fiktionale Werke, die Wissen vermitteln, Probleme analysieren oder praxisbezogene Handlungsanleitungen bereitstellen (vgl. Kruse, 2010). Sie unterscheiden sich von wissenschaftlichen Publikationen dadurch, dass sie sich an eine breitere Zielgruppe richten und komplexe Themen verständlich aufbereiten.

Laut Pohl (2018) sollte ein Sachbuch „informieren, orientieren und inspirieren“ (aus Pohl, 2018). Erfolgreiche Sachbücher zeichnen sich durch Klarheit, klare Struktur, nachvollziehbare Argumentation und ein erkennbares Nutzenversprechen aus.

2.2 Zielgruppenorientierung als Ausgangspunkt
Die Zielgruppenanalyse stellt die Basis eines erfolgreichen Sachbuchprojekts dar. Autor*innen müssen wissen, für wen sie schreiben und welchen Erkenntnis- oder Nutzgewinn diese Personengruppe erwartet. Erst auf dieser Grundlage kann ein überzeugendes Nutzenversprechen formuliert werden – also die klare Antwort auf die zentrale Frage: Was gewinnt die lesende Person durch dieses Buch?

Wie Prof. Dr. Alfred-Joachim Hermanni treffend formuliert: „Wer ein Sachbuch schreibt, verkauft keine Seiten, sondern Lösungen.“ (Hermanni, 2025) Dieses Verständnis ist essenziell für die Konzeptentwicklung, da Sachbücher immer einen praktischen Mehrwert transportieren sollten. Ein präzises Zielgruppenprofil erleichtert daher sowohl die inhaltliche Fokussierung als auch die Gestaltung von Tonalität, Struktur und Argumentationsführung.

Zentrale Fragen für die Analyse sind:

  • Welche Wissensstände sind vorhanden?
  • Welche Probleme, Bedürfnisse oder Interessen bestehen?
  • Auf welche Kommunikationsstile reagiert die Zielgruppe positiv?

Ein präzises Zielgruppenprofil erleichtert die inhaltliche Fokussierung, Tonalität, Strukturierung und Vermarktung des Buches.

3 Planung und Konzeptentwicklung
3.1 Themenfindung und Themenabgrenzung
Die Themenfindung ist ein iterativer Prozess, der sowohl fachliche Expertise als auch gesellschaftliche Relevanz berücksichtigt. Ein Thema ist erfolgversprechend, wenn es:

  • einen klaren Nutzen bietet,
  • eine identifizierbare Leserschaft anspricht,
  • genügend Tiefe für ein komplettes Buch aufweist,
  • zugleich ausreichende Fokussierung ermöglicht.

Zu vermeiden sind überbreite Themen, da sie zur inhaltlichen Verwässerung führen. Der Leitgedanke „weniger ist mehr“ gilt insbesondere für Einsteiger*innenprojekte.

3.2 Erstellung eines Exposés
Das Exposé bildet das strategische Fundament des Sachbuchprojekts und dient sowohl der eigenen Planung als auch der Kommunikation mit Verlagen. Gemäß Voss (2019) sollte ein professionelles Exposé folgende Elemente enthalten:

  1. Arbeitstitel und Untertitel
  2. Problem- und Themenbeschreibung
  3. Zielgruppenanalyse
  4. Nutzenversprechen
  5. Inhaltsverzeichnis
  6. Ein Probekapitel

Ein überzeugendes Exposé erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Verlagsaufnahme erheblich.


3.3 Strukturentwicklung
Die Entwicklung einer klaren Struktur ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Sachbücher folgen häufig einer logischen oder problemorientierten Gliederung:

  • chronologisch,
  • deduktiv (vom Allgemeinen zum Besonderen),
  • induktiv (vom Beispiel zur Regel),
  • problemorientiert (Schritt-für-Schritt-Lösungen).

Eine klare Struktur erleichtert die Leseführung und stärkt die Verständlichkeit.


4 Schreibprozess und Stilprinzipien
4.1 Akademische Klarheit und Verständlichkeit
Auch wenn Sachbücher nicht dieselben Anforderungen wie wissenschaftliche Werke haben, sollten sie dennoch klar, präzise und evidenzbasiert formuliert sein. Komplexitätsreduktion ist zentral: Fachliche Inhalte müssen so aufbereitet werden, dass sie nachvollziehbar und praxisrelevant sind, ohne trivialisiert zu wirken.

4.2 Gendersensible Sprache
Im Sinne gendersensibler Kommunikation sollte geschlechtsneutral formuliert werden, etwa durch:

  • Neutralisation (z. B. „Studierende“, „Fachkräfte“),
  • Pluralformen,
  • Rollenbeschreibungen ohne Geschlechterzuweisung.

Dies erhöht die Inklusivität und entspricht modernen sprachwissenschaftlichen Standards.

4.3 Einsatz von Beispielen, Fallstudien und Storytelling
Beispiele und Fallstudien erhöhen die Anschaulichkeit und Relevanz. Wie Böttcher (2016) betont: „Menschen erinnern Geschichten besser als abstrakte Darstellungen“ (aus Böttcher, 2016).

Professionelles Sachbuch-Writing integriert daher Storytelling-Elemente, ohne den wissenschaftlichen Anspruch zu verlieren.

5 Quellenarbeit und Nutzung von Citavi
5.1 Wissenschaftliche Fundierung
Auch Sachbücher benötigen korrekte Quellenangaben. Dies stärkt die Glaubwürdigkeit und verhindert Plagiate. Direkte Zitate müssen mit Anführungsstrichen und Quellenangabe markiert werden, indirekte Zitate ebenfalls belegt.


5.2 Literaturverwaltung mit Citavi
Citavi ist ein etabliertes Tool, das beim Sammeln, Ordnen und Zitieren wissenschaftlicher Literatur unterstützt. Autor*innen können:

  • Quellen importieren,
  • Exzerpte anlegen,
  • Wissensbausteine erstellen,
  • Literaturverzeichnisse automatisiert generieren.

Die Integration in Textverarbeitungsprogramme erleichtert den Schreibprozess erheblich.

6 Abbildungen und Tabellen im Sachbuch
Visuelle Elemente wie Tabellen, Grafiken oder Diagramme unterstützen das Verständnis und erhöhen die Attraktivität eines Sachbuchs. Sie sollten sparsam und zielgerichtet eingesetzt werden. Die zentralen Aufgaben solcher Darstellungen sind in Tabelle 1 zusammengefasst.


Tabelle 1: Funktionen visueller Elemente

Funktion

Beschreibung

Strukturierung

Inhalte übersichtlich darstellen

Vereinfachung

Komplexe Zusammenhänge anschaulich machen

Vergleich

Daten und Fakten kontrastieren

Motivation

Leser*innenbindung erhöhen

(Quelle: Eigene Darstellung)


Da der Prozess des Sachbuchschreibens aus mehreren aufeinander aufbauenden Arbeitsschritten besteht, bietet eine schematische Darstellung Orientierung und verdeutlicht die logische Abfolge der einzelnen Phasen; die zentralen Schritte werden aufgezeigt:

  1. Themenfindung
  2. Zielgruppenanalyse
  3. Exposé
  4. Schreibprozess
  5. Überarbeitung
  6. Veröffentlichung


7 Überarbeitung und Qualitätsmanagement
Der Überarbeitungsprozess umfasst mindestens drei Stufen:

  1. Inhaltliche Überarbeitung: Logik, Argumentation, Struktur, Konsistenz
  2. Sprachliche Überarbeitung: Stil, Lesbarkeit, gendersensible Sprache
  3. Formale Überarbeitung: Quellen, Zitierweise, Abbildungen, Formatierungen

Peer-Feedback und professionelle Lektorate sind empfehlenswert.

8 Publikationswege und Vermarktung
Sachbuchautor*innen stehen vor der Entscheidung zwischen:

  • Verlagspublikation
  • Self-Publishing

Verlage bieten professionelle Lektorate, Marketingunterstützung und Reputation, verlangen jedoch ein überzeugendes Exposé. Self-Publishing erlaubt mehr Kontrolle, erfordert aber eigenständige Vermarktungsstrategien. Im Marketing spielen Plattformen wie SpringerLink, Social Media, Podcasts und Vorträge eine zentrale Rolle.


9 Fazit
Das Schreiben eines erfolgreichen Sachbuchs ist ein planbarer, systematischer Prozess. Entscheidend sind:

  • eine präzise Zielgruppenanalyse,
  • ein fokussiertes Thema,
  • ein strukturiertes Exposé,
  • wissenschaftlich fundierte Quellenarbeit,
  • klare, verständliche und genderneutrale Sprache,
  • sorgfältige Überarbeitung,
  • eine passende Publikationsstrategie.

Wer diese Faktoren berücksichtigt, erhöht die Chancen, ein relevantes, professionelles und wirkmächtiges Sachbuch zu veröffentlichen.

Weitere Hinweise finden Sie auch Im Internet unter:  https://buch-schreiben-online.de/tipps/sachbuch-schreiben

Literaturverzeichnis
Böttcher, R. (2016). Storytelling für Sachbücher. München: Redline.
Hermanni, A.-J. (2025). Wie man ein Sachbuch schreibt – Tipps und Grundlagen. Abgerufen von https://buch-schreiben-online.de/tipps/sachbuch-schreiben
Kruse, O. (2010). Lesen und Schreiben: Der richtige Umgang mit Texten im Studium. Konstanz: UVK.
Pohl, T. (2018). Sachbücher schreiben: Von der Idee zum Buch. Köln: Verlag Wissenschaft & Praxis.
Starke, M. (2017). Erfolgreiches Schreiben. Hamburg: Rowohlt.
Voss, T. (2019). Das perfekte Exposé. Berlin: Autor*innenhaus Verlag.


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